Manchmal bleibt der Teller leer
Bist Du schon mal morgens zu spät aufgestanden und dann schnell mit leerem Magen zur Schule gelaufen? Oder ist es schon vorgekommen, dass Du Dein Pausenbrot vergessen hast und dann mit knurrendem Magen die restlichen Stunden in der Schule abgesessen hast? Wie hast Du Dich dabei gefühlt?
Bei vielen Kindern und Erwachsenen ist das leider nicht nur gelegentlich der Fall, dass sie sich nicht satt essen können.
Kannst Du Dich noch an das erste Millennium-Entwicklungsziel erinnern?
1. Wir wollen die extreme Armut und den Hunger beseitigen
Jeder hat das Recht auf eine gute und ausreichende Ernährung. Wir müssen essen, um leben zu können. Wenn wir nicht genug essen, haben wir keine Energie, um zu spielen, zu lernen oder zu arbeiten. Unser Körper kann sich weniger gut gegen Krankheiten schützen. Wenn man regelmäßig Hunger leidet, entwickelt sich der Körper und eventuell auch das Gehirn weniger und bleibende Schäden können entstehen, die auch dann nicht mehr weg gehen, wenn plötzlich genug Nahrung zur Verfügung steht.
In der ganzen Welt hungern mehr als 850 Millionen Menschen (Bibliographie #10). Das ist ein Mensch von 8, der unter Hunger leidet.
Wie viele Kinder sind in Deiner Klasse? Stell Dir mal vor, ein Kind von 8 aus Deiner Klasse hätte Hunger? Und wie viele Kinder wären das allein in Deiner ganzen Schule?
Jeden Tag gehen 14 % der Weltbevölkerung hungrig schlafen (Bibliographie #11).
Ein Mensch von 7 muss also versuchen, mit knurrendem Magen einzuschlafen.
Nicolas hat auf seiner Weltreise im Sudan Menschen begegnet, die Hunger haben.
Mehr dazu erfährst Du in folgender Geschichte:
Wie findest Du Nicolas Idee, sein Essen im Sudan zu lassen? Glaubst Du, dass es eine Lösung sein könnte, wenn wir unser überflüssiges Essen an die Menschen schicken würden, die Hunger haben?
Klar, ist es manchmal wichtig, Lebensmittel in Krisengebiete zu schicken, um zu verhindern, dass Menschen verhungern. Eine wichtigere Lösung wäre es allerdings, zu versuchen, dass jeder Mensch selbstständig dafür sorgen kann, dass er genug zu essen hat.
Gemeinsam müsste gegen die Gründe gekämpft werden, welche den Hunger verursachen.
Hast Du eine Idee, welche Gründe das sein könnten?
Trockenheit, Überschwemmungen und die Waldabholzung zerstören den Boden und die Pflanzen. Wenn der Boden unfruchtbar wird, fallen die Ernten schlecht aus. Die Menschen haben wenig zu essen und können fast nichts auf dem Markt verkaufen.
Unbeschränktes Ausnutzen der Weiden zerstört den Boden, so dass nichts mehr angebaut werden kann:
Ein Vergleich zeigt, dass unterschiedlich viele Menschen ernährt werden können, je nachdem, was angebaut wird.
Als Beispiel wird ein Hektar Land genommen.
| Was wird angebaut | Wie viele Menschen können davon ernährt werden ? |
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Reis |
OOOOO OOOOO OOOOO O |
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Kartoffel |
OOOOO OOOOO OOOO |
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Getreide, das an Tiere |
OO |
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Gerodeter Urwaldboden, |
( |
(Bibliographie #10)
Ebenso wird beim unkontrollierten Fischfang das Leben in den Meeren aus dem Gleichgewicht gebracht.
Krieg führt auch oft zu Hunger. Die Menschen müssen ihre Felder und Häuser verlassen. Auf der Flucht leben sie von dem, was sie an Nahrungsmitteln finden können. Viele Regierungen geben riesige Summen Geld für Waffen aus, anstatt die Bevölkerung zu unterstützen.
Viele Menschen bekommen keinen gerechten Lohn für ihre schwere Arbeit. Sie müssen mit wenig Geld ihre Familien ernähren.
Große Familien mit vielen Kindern fällt es oft schwerer dafür zu sorgen, dass alle satt werden.
Ist der Familienvater krank, behindert oder stirbt er sogar, dann fehlt plötzlich das Geld, um Nahrung zu kaufen.
Wenn europäische oder amerikanische Agrargüter auf den afrikanischen Markt landen und dort günstiger verkauft werden als die lokalen Produkte, dann werden die Bauern und Viehzüchter, die dort leben, ihre Produkte nicht mehr los. Sie verdienen kein Geld mehr und riskieren in die Armut zu rutschen.
Bestimmt gibt es noch andere Gründe, wieso so viele Menschen Hunger haben. Fallen Dir noch andere Erklärungen ein? Dann schreib sie uns.
„Und was hat das mit mir zu tun?“, fragst Du Dich jetzt vielleicht.
Auf den ersten Blick können wir natürlich nichts dafür, dass andere Menschen hungern müssen. Und trotzdem hat auch unser Verhalten Auswirkungen auf andere.
| Noah Bartocci, 3. Klasse, Differdingen |
Konkret können wir z.B. mithelfen, dass die Erderwärmung nicht weiter zunimmt und so die Dürre sich nicht weiter ausbreitet. Häufiger mit dem Bus oder Zug fahren, kann da schon helfen. Vielleicht kannst Du auch mal mit dem Fahrrad irgendwo hin, anstatt dass Deine Eltern Dich hinfahren? (Mehr dazu, und weitere Tipps erfährst Du im 1. Stockwerk in der Sternwarte.)
Auch daran, dass Menschen einen ungerechten Lohn für ihre Arbeit bekommen, können wir etwas ändern. Wenn wir in Weltläden einkaufen, sind wir sicher, dass die Produkte gut schmecken und uns gefallen, und dass die Hersteller ordentlich dafür bezahlt wurden.(Mehr dazu erfährst Du in der Vorratskammer).
Jeder hat Recht auf genügend und gesundes Essen. Das drückt auch Noah in seinem Bild aus.




